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1. Der Aktienmarkt

Im Jahr 2016 brachen die Kurse zu Jahresanfang zunächst um bis zu 20 Prozent ein. Danach setzte eine Erholung ein und Anfang November präsentierten sich die Aktienmärkte wieder weitgehend unverändert.

Die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten weckte im November starke Phantasien am Markt und liess, bedingt durch die massive Liquidität, die Kurse steigen. Aktuell stehen wir im breit gefassten STOXX Europe 600 Index immer noch knapp 10 Prozent unterhalb den im Jahr 2015 erreichten Höchstkursen.

Die Bewertungen der Unternehmen an den Börsen sind, bedingt durch die Nullzinspolitik der Zentralbanken weiterhin, verzerrt und so teuer, wie nur im Jahr 2000 zuvor. Die Vorsicht wird zur Zeit ausser Acht gelassen. Niedrige Zinsen und Phantasien treiben aktuell die Kurse an.

Wir haben solche Phasen der Übertreibung in 2000, 2008 und 2011 erlebt. Unsere Erfahrung und Disziplin halfen uns hier jedes Mal, das Kapital unserer anvertrauten Kundengelder zu schützen. Unserer Ansicht nach stehen wir aktuell wieder vor einer ähnlich grossen Korrektur.

Zu beachten ist diesmal, dass der Abstand der Bewertung der Vermögenspreise zur tatsächlichen Wertschöpfung so gross ist wie zu keiner Blase zuvor:

Wir sind der Überzeugung, dass wir uns aktuell im letzten spekulativen Anstieg einer Megablase der Zentralbanken befinden.

Diese wird, wie jede Blase zuvor, platzen, sobald die US-Notenbank FED die Zinsen anhebt. Und das tut sie gerade.

Beim Platzen der Blase werden die Auswirkungen und Umwälzungen sehr wahrscheinlich noch grösser als beim Platzen der Immobilienblase sein. Denn diesmal sind sämtliche Anlagegüter von einer verzerrten Preisfestsetzung betroffen.

Es ist aus unserer Sicht daher weniger die Frage, wie viele Wochen oder Monate es noch dauert, bis diese Blase platzt. Die Frage ist vielmehr, wie tief wir fallen werden und wie die Depots für diesen Fall am Besten gerüstet sind. Deswegen bleibt unsere Absicherung in den Depots weiter bestehen. Auch unser Investment in Gold wurde weiter ausgebaut, da wir uns durchaus vorstellen können, dass im Zuge der nächsten Krise das Finanzsystem insgesamt neu geordnet werden muss.

2. Makroökonomie

Die EZB hält weiter an ihren Negativzinsen fest. Privatbanken und Sparkassen bleibt nichts weiter übrig, als diese an die Kundschaft weiterzugeben. Die europäische Notenbank hat im Zuge ihrer expansiven Politik aktuell Anleihen mit einem Wert von 3.631 Mrd. Euro aufgekauft . Dies entspricht 36 Prozent der jährlichen europäischen Wertschöpfung!

Das Ziel der EZB war es, die Zinsen der Südländer künstlich zu drücken. Denn diese sind durch die grosse Schuldenlast in „einem normalen Zinsumfeld“ alleine nach wie vor nicht mehr überlebensfähig.
Als sicherlich gewünschter Nebeneffekt kam ein künstlich schwach gehaltener Euro hinzu.

Von dieser Politik hat jedoch immer mehr nur alleine Deutschland profitiert. Und dies wird immer mehr zu einem grossen Problem. Denn in Deutschland konzentrierten sich durch diesen Wettbewerbsvorteil immer mehr Produktionskapazitäten für den Export. Nachfolgend sehen Sie den Zuwachs des deutschen Handelsüberschusses seit Einführung des Euro 1999.

Die Südländer der EU können sich nur schwer wehren, da sie mit ihrer Schulden-problematik abhängig sind.

Die neue US-Regierung sieht diese Politik jedoch als wettbewerbsverzerrend an und will dieser indirekten Subvention der deutschen Wirtschaft ein Ende setzen.

Denn mit den Südländern kann die USA zu aktuellen Wechselkursen noch konkurrieren. Mit Deutschland nicht.

Aus diesem Grund wird auch ein Aufbrechen des Euro von der neuen US-Regierung unterstützt. Die anstehenden Wahlen in der europäischen Union spielen hier unserer Ansicht nach nur eine Nebenrolle. Es geht um eine Neuverteilung von Produktion und Konsum, den die USA gegenüber ihren Handelspartnern durchsetzen möchte.

Der faire Wechselkurs des Euro für Deutschland zum US Dollar würde bei etwa 1.50 bis 1.60 liegen. Da dieses Kursniveau für den Rest der EU nicht tragbar ist, wird es unserer Ansicht nach hier bald eine Neuordnung geben. Auf Grossbritannien muss aus Sicht der USA nämlich nicht mehr Rücksicht genommen werden.

Im übrigen erinnert Trumps Politik des Protektionismus an die Politik Hoovers der grossen Depression der 30er Jahre.

Der Smoot–Hawley Tariff Act war ein am 17. Juni 1930 erlassenes Gesetz in den USA, mit dem die US-amerikanischen Zölle für über 20.000 Produkte auf Rekordniveau angehoben wurden. Ziel des protektionistischen Gesetzes war der Schutz der US-amerikanischen Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz. Zwischen 1929 und 1936 wurden im Zuge der Mexican Repatriation bis zu 2 Millionen Mexikaner aus den USA zurück nach Mexiko deportiert. 1931-1935 liess Hoover unter anderen grossen Infrastrukturprojekten den Hoover Damm bauen.

Damals wirkte sich diese Politik katastrophal aus. Die Depression in den USA war strukturell bedingt und Hoover ging als einer der schlechtesten Präsidenten der USA in die Geschichte ein.

3. Zinsen und Verschuldung

Die Negativzinsen haben Sparer bestraft und die Schuldenaufnahme befeuert. Sie wirken noch viel extremer wie beispielsweise die Fehlanreize des amerikanischen Häusermarktes vor der Immobilienblase. Denn sie wirken global und erfassen jedes Vermögensobjekt.

Die Politik der letzten Jahre hat eine massive Schuldenblase verursacht. Die Verbindlichkeiten explodieren, aber das Wachstum stagniert.

Auch die Defizite in China haben sich in den letzten sieben Jahren fast verdoppelt. Die Verschuldung stieg dort von 120 auf über 200 Prozent zur Wertschöpfung.

Gleichzeitig beendete China das Jahr 2016 mit dem schwächsten Wachstum seit 1990.
China wird massiv unter Druck kommen seine Schuldenlast zu managen, sollte Trump wirklich die asiatische Exportmaschine zum Stottern bringen.

Die Schulden der US-Unternehmen sind im Vergleich zur Immobilienblase von fünf auf fast 8.000 Mrd. US Dollar explodiert. Es werden mit der Aufnahme von Fremdkapital massiv Aktien zurückgekauft und überhöhte Dividenden ausgeschüttet. Es wird Kurspflege betrieben aber nicht mehr real investiert. Dies hat zur Folge, dass zwar die Gewinne pro Aktie steigen. Die Umsätze und der freie Cashflow aber schon seit 2 Jahren rückläufig sind. Nachhaltig ist eine solche kurzfristig ausgerichtete Unternehmenspolitik sicherlich nicht.

Die Staatsschulden haben sich in den USA unter Bush verdoppelt. Unter Obama hat sich der Schuldenstand nochmals auf nun 20.000 Mrd. US-Dollar verdoppelt. Das exponentielle Schuldenwachstum wird auch in den USA früher oder später nicht mehr funktionieren.

Am 15. März läuft die Aussetzung der Schuldenobergrenze, die 2015 vereinbart worden war, aus. Dann wird die Obergrenze von 20.000 Mrd. Gesetz. Die Ausgaben des Staates werden eingefroren und in voraussichtlich zwei bis drei Monaten wird das Geld zur Finanzierung seiner Leistungen ausgehen.

Dies bedeutet für Trump, dass er zunächst unbedingt die Erhöhung dieser Obergrenze durchsetzen muss. Hierfür muss er sich vor den anstehenden Kongresswahlen als Teamplayer beweisen um zu einer Einigung zu kommen.

Es wird nämlich sonst keine Reform von Obamacare, keine Steuersenkungen und auch keine fiskale Expansion im Jahr 2017 geben. Wir sind der Ansicht, dass dies bald auch die Märkte realisieren werden und dann die aktuelle Phantasie auf bessere Zeiten wieder entweichen wird.

Wir sind bereits an dem Punkt, wo der exponentielle Anstieg der Schuldenberge nur noch mit einer Nullzinspolitik tragbar ist. Der gegenwärtige Zinserhöhungszyklus wird daher nur von sehr kurzer Dauer sein.
Für eine mittelfristige Rückkehr zu höheren Zinsen ist es unserer Meinung nach schon zu spät, da die aktuelle Schuldenlast selbst bei Minizinsen bereits eine Last für die gesamte Wirtschaft darstellt. Nicht anders ist es zu erklären, dass das Wirtschaftswachstum trotz massiv expansiver Fiskalpolitik lahmt und nicht in Schwung kommt.
Eine Straffung der Zinsen wird zudem ein gewaltiges Platzen der Vermögenspreise hervorrufen und ist somit wirtschaftlich und politisch gar nicht durchsetzbar.
3. Devisen, Rohstoffe und Gold

Folgende drei Charts zeigen die wichtigsten Entwicklungen, die unserer Ansicht nach dieses Jahr massgeblich beeinflussen werden.

China wertet seine Währung gegenüber dem US-Dollar immer weiter ab. Die USA sitzen zudem auf vergleichsweise alten Produktionsanlagen und können kompetitiv nicht mehr konkurrieren. Die Spannungen zwischen beiden Ländern werden zunehmen und wir schätzen Trump und seinen Industrie- und Handelsminister Navarro so ein, dass hier eine harte Linie verfolgt werden wird.

Trotz scheinbarer Entspannung an den Aktienmärkten spricht der Schweizer Franken eine andere Sprache.

Seit Mitte 2016 fliessen wieder grosse Gelder in den sicheren Hafen und lassen trotz Intervention der Schweizer Nationalbank die Währung steigen.

Man nähert sich hier den Höchstkursen von Januar 2015.

Gold ist nach der Wahl Trumps kurz stark unter Druck geraten. In Euro notiert erklimmt es allerdings wieder Höchststände. Der steigende Trend ist hier weiter intakt.

Vielen Dank für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen!

Mit freundlichen Grüssen

Dietmar Wolf
Huser und Wolf Vermögensverwaltung AG

1. Der Aktienmarkt

Im ersten Halbjahr bestimmte die Krise der italienischen Banken und der Europäischen Union das Marktgeschehen. Beide Faktoren werden unserer Ansicht nach die Aktienmärkte noch eine längere Zeit belasten.

Nach wie vor werden durch die Interventionspolitik der Zentralbanken die Preise für sämtliche Anlagegüter systematisch falsch gesetzt. Die Zentralbanken tun beinahe alles, um die Vermögenspreise hoch und die Anleger bei Laune zu halten. Alleine im letzten Monat hat die EZB beispielsweise Kredite von 458 privaten Unternehmen in einer Gesamthöhe von 8,5 Mrd. Euro aufgekauft.

Die negative Kursentwicklung der vergangenen 14 Monate zeigt jedoch, dass die Grenzen dieser Politik erreicht wurden und diese Aktionen immer mehr ins Leere laufen.

Denn zu Ihren Höchstkursen von 2015 befinden sich die wichtigsten Aktienmärkte weiter im Minus und die Kursschwankungen nehmen immer mehr zu.

Deutschland -17% Schweiz -13% England (in Euro) -17%
New York NYSE -4% China Shanghai -15% Japan - 17%

Dabei bleiben Aktien im historischen Kontext, gemessen an ihrem Umsatz und Gewinnwachstum weiterhin extrem teuer bewertet.

Erst nach einer nachhaltige Bereinigung der Fehlallokationen des Kapitals sollte man aus unserer Sicht wieder langfristig in Aktien investieren. Denn ausgehend vom jetzigen Niveau reicht aus unserer Sicht bereits eine geringe Veränderung der Rahmenbedingungen um die Blase platzen zu lassen.

Der Wert unserer verwalteten Depots hat sich im ersten Halbjahr sehr gut entwickelt. Wir planen für das zweite Halbjahr unser Investment in Gold sukzessive weiter zu erhöhen. Mit der Absicherung gegen unvorhergesehene Ereignisse und der selektiven Investitionen in Einzeltitel bleiben wir weiter defensiv ausgerichtet.

2. Anleihen und Obligationen

Ehemals waren Staatsanleihen sichere Anlagen mit einer stabilen Rendite.

Weltweit sind die Renditen von über 13 Billionen US-Dollar Staatsanleihen mittlerweile in den Minusbereich gesunken. Dies bedeutet, dass man bei einer Investition in selbige am Ende der Laufzeit automatisch weniger zurückbekommt als man zu Anfang dafür zahlt.

Auf der anderen Seite ist das Risiko solche Papiere jetzt in Besitz zu haben gross. Würden die Zinsen nur um ein Prozent steigen, so müsste man nach dem Kaufmit einem automatischen Kapitalverlust in Höhe von etwa 10 Prozent rechnen.
Nachfolgend die Zinsentwicklung der 10jährigen deutschen Staatsanleihe seit 1807.

Rendite Bundesanleihe historisch

Das letzte Mal sackten die Zinsen kurz vor der Hyperinflation in den negativen Bereich.

Diesen Juni hat der ehemalige US Notenbankchef Alan Greenspan in einem ausführlichen, persönlichen Interview folgendes zum Thema Inflation gesagt:

If you look at human history, there are times where we thought that there was no inflation and everything was going fine. […] The oil prices have had a terrific impact on global inflation and [I] would not be surprised to see the next unexpected move to be on the inflation side. You don’t have it until it happens.

Greenspan legt aus unserer Sicht den Finger in die Wunde. Nachdem die bisherige Politik immer mehr ins Leere läuft wird in Japan bereits über „Helikoptergeld“ diskutiert.
Dies bedeutet die Finanzierung des Staates direkt durch die Zentralbanken, ohne dafür neue Schulden zu schaffen.

3. Makroökonomie

Insbesondere die Südländer Europas haben es verpasst, ihr Bankensystem zu sanieren. Nun könnte es neun Jahre nach der Finanzkrise zu einer zweiten Welle der Bereinigung kommen.

In Italien wächst der „offizielle“ Schuldenberg der notleidenden Kredite inzwischen auf fast 350 Mrd. Euro!

Italien notleidende Kredite

Das Kernproblem hierbei ist, dass insbesondere kleinere Finanzinstitute massiv zu wenig Eigenkapital vorhalten. Bei sieben europäischen Banken ist die Summe der notleidenden Kredite aktuell gar grösser als das gesamte Eigenkapital!

Diese Banken sind ohne externe Hilfen nicht überlebensfähig.

Die Furcht ist nun gross, dass es nach einer Bankenpleite in Italien (auch Portugal) zu einer Kettenreaktion kommt, die andere Finanzinstitute mit sich reissen wird. Aus diesem Grund fliehen die Anleger aus sämtlichen Bankaktien Europas.

4. Devisen, Rohstoffe und Gold

Brexit wirkt aus unserer Sicht als Beschleuniger für die europäische Disintegration.
Die Wahlen im Herbst in Österreich und Italien und danach 2017 in Frankreich werden zeigen, in welche Richtung es weitergeht. Eine weitere Überraschung kann man sich aus unserer Sicht nicht mehr leisten. Deutschland alleine wird den Euro nicht halten können.
Zusammenfassend bietet sich für uns das folgende Bild:

1. Aktien sind weiter massiv überbewertet. Die Kursschwankungen nehmen massiv zu.
2. Staatsanleihen sind bereits ab Kauf mit Negativzinsen ein Minusgeschäft.
3. Die Experimente der Zentralbanken drohen immer mehr aus dem Ruder zu laufen.
4. Der Euro in Cash droht als Anlagewährung zum ungewissen Risiko zu werden.

In diesem Umfeld ist eine Anlage Gold äusserst attraktiv.

Die Trendwende im Gold
Die Trendwende im Gold

Der Goldpreis dreht nach drei Jahren Korrektur nachhaltig nach oben. Aus unserer Sicht wurde hier im Frühjahr die Trendwende für den nächsten Bullenmarkt eingeleitet. Wir bleiben hier investiert und planen unsere Positionen sukzessive zu verstärken.

Vielen Dank für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen!

Mit freundlichen Grüssen

Dietmar Wolf
Huser und Wolf Vermögensverwaltung AG

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