Vermögensaufbau und Volatilität

Der Einfluss der Volatilität auf den langfristigen Vermögensaufbau wird stets unterschätzt. Dabei sind die Gesetzmässigkeiten klar und einfach verständlich.

Es wird oft davon ausgegangen, dass ein hoher Ertrag mit einem erhöhten Risiko "bezahlt" werden muss. Nur so könne man langfristig eine hohe Rendite erwarten.

Folgende Grafik verdeutlicht das Problem eines fehlenden Risikomanagements:

Notwendiger Gewinn für entstandene Verluste in Prozent
Notwendiger Gewinn für entstandene Verluste in Prozent

Wenn man beispielsweise drei oder fünf Prozent seines Vermögens (oder einer einzelnen Position) verliert, so bleibt der Betrag, den man wieder aufhohlen muss, etwa im Rahmen des vorangegangenen Verlustes (3,1 bzw. 5,3 Prozent).

Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn die Verluste grösser werden. Nach einem Verlust von 20 Prozent muss das Depot nicht nur die 20 Prozent aufhohlen, um auf den Ausgangswert zu kommen, sondern 25 Prozent. Bei 40 Prozent muss sogar ein Erfolg von 67% erzielt werden, um wieder pari zu erreichen!

-> Für den langfristigen Vermögensaufbau sind grössere Verluste in jedem Fall zu vermeiden!

Folgt man diesem Gedankengang weiter, kommt man auf eine nächste, wichtige Gesetzmässigkeit.

Verliert man, wie im obigen Beispiel, 20 Prozent, so vergeht zudem einiges an Zeit, bis das Depot wieder den Anfangswert erreicht hat. Es müssen ja schliesslich 25 Prozent verdient werden. Genau in dieser Zeit verdient aber eine Strategie mit gutem Risikomanagement weiter Geld! Erst wenn man das Geld risikoärmer anlegt, kann der Zinseszinseffekt richtig greifen!

Die nächste Grafik verdeutlicht diesen Zusammenhang:

Zinseszins Effekt
Zinseszins Effekt

In der Farbe blau ist der konstante, tiefere Wertzuwachs von 4 Prozent dargestellt. In Rot eine doppelt so hohe Rendite von 8 Prozent, die jedoch alle 3 Jahre einen Einbruch von ebenfalls 8 Prozent zu verzeichnen hat.

Anfangs fühlt sich der risikofreudige Investor noch im Vorteil. Spätestens nach 6 Jahren kehrt sich das Bild. Die Differenz zu einer konstanten Wertsteigerung wird schon ab diesem Zeitpunkt uneinhohlbar. Später öffnet sicht die Schere immer mehr. Die Differenz ist nun auch optisch klar ersichtlich.

Sicherheit ist das oberste Gebot.

Danach ist der Werterhalt des Vermögens zu sichern (Kaufkrafterhalt).

Erst wenn diese beiden Gebote erfüllt sind, kann man sich der Wertsteigerung des Vermögens zuwenden.